Bilder-Übungen

Erste Schritte auf dem Weg zu starken Bildern

Die folgenden Übungen und Experimente sollen für unterschiedliche Bildwirkungen sensibilisieren. Darüber hinaus können sie die Bereitschaft und den Mut zu starken, ungewöhnlichen Bildern erhöhen.

 

1.

Stuhlkreis. Die Mitspieler/innen bekommen die Aufgabe, sich auf den Stuhl zu setzen.

Nächste Aufgabe: Anders auf dem Stuhl zu sitzen. Jede/r experimentiert und sucht mindestens sechs verschiedene Arten, wie man auf dem Stuhl sitzen kann.

Jede/r MitspielerInnen wählt aus den gefundenen Formen eine aus, die er/sie für besonders spannend, ungewöhnlich, originell etc. hält und setzt sich auf diese Weise auf den Stuhl.

Alle schauen sich um und betrachten das Ergebnis.

 

(Erweiterungsmöglichkeit:

Wer sich von einer der „Sitzmöglichkeiten“ angesprochen fühlt, geht zu diesem Mitspieler, stellt sich hinter ihn und spricht aus, was dieser gerade denkt (>> Subtext sprechen), geht dann wieder auf seinen Platz und nimmt die gewählte Sitzposition ein. Es redet immer nur eine Person, und erst wenn diese ihre ursprüngliche Position eingenommen hat, geht jemand anders zu einer „Sitzenden“ und spricht die Gedanken.)

 

2.

A geht mit seinem Stuhl auf die Bühne und setzt sich in der gewählten Form darauf. Kurze Pause. B kommt mit seinem Stuhl dazu, sucht eine Position auf der Bühne und setzt sich in der eigenen Sitzposition auf den Stuhl. - Kurze Pause, alle lassen das Bild auf sich wirken. - Dann geht A von der Bühne, B bleibt in Position. - Kurze Pause - Dann kommt C auf die Bühne, sucht sich einen Platz und setzt sich in der eigenen Position auf den Stuhl. - Kurze Pause, alle lassen das Bild auf sich wirken. - Dann geht B von der Bühne, D kommt ... und so weiter, bis alle einmal auf der Bühne waren.

 

Gruppengespräch über das Gesehene:

Wie haben die einzelnen Kombinationen auf die Zuschauer gewirkt?

Gab es besonders spannende, ausdrucksstarke Kombinationen? (>> Spannung)

Welche Kombinationen haben eine Geschichte erzählt, welche blieben „stumm“?

 

3.

Die vorherige Übung kann auch ohne einen Stuhl als „Hilfsmittel“, nur mit Körperhaltungen durchgeführt werden.

 

4.

Auf der Bühne werden 9 Markierungen in folgender Anordnung angebracht:

o       o        o

o       o        o

o       o        o

A geht auf die Bühne, geht zu einem markierten Punkt, nimmt eine markante Körperhaltung ein. - Kurze Pause - B kommt dazu, wählt einen anderen markierten Punkt, nimmt ebenfalls eine markante Körperhaltung ein. - Kurze Pause - A löst seine Haltung auf, geht zu einem anderen Punkt, nimmt eine neue, andere markante Körperhaltung ein. - Kurze Pause - B löst seine Haltung auf, geht zu einem anderen Punkt nimmt eine neue, andere Körperhaltung ein. - Kurze Pause - Nun verändert wieder A Position und Haltung. - Kurze Pause - B verändert, usw.

 

Anschließend wieder Gruppengespräch über das Gesehene: Was war spannend, was war zu sehen?

 

5.

Kleingruppen von 4 Personen. Aufgabe: Die Familie von Hänsel und Gretel (Vater, Stiefmutter, Hänsel, Gretel) so auf der Bühne platzieren, dass sich ein spannendes Bild ergibt, bei dem man bereits die Art der Beziehung zwischen den Figuren und die Gesamtsituation der Familie erkennen kann. - Wenn das Bild steht, beginnen die Figuren zu sprechen (immer nur eine, nicht durcheinander).

 

6.

Den Beginn einer Szene aus dem Stück, das gerade geprobt wird, als Bild auf die Bühne stellen. Gezeigt wird die Situation, bevor das erste Wort gesprochen wird. Wie ist der aktuelle Subtext jeder einzelnen Figur? Wie kann sich dieser in ihrer Körperhaltung zeigen? Welche Möglichkeiten ergeben sich aus der Kombination der verschiedenen Haltungen?