Heiner Schnitzler. Komödien.

Kaninchen können's besser

Die Natur ist eine Macht, die selbst ein Bürgermeister nicht beherrschen kann.

 

Goldenbach lebte bisher ganz gut, dank der Findigkeit seines Bürgermeisters. Dem gelang es immer wieder, Fördergelder für die kleine Gemeinde locker zu machen. Doch jetzt hat die Glückssträhne ein Ende: Beim Antrag zur Förderung des neuen Bürgerhauses hat er die Einwohnerzahlen etwas „geschönt“, und das ist aufgefallen. Das Geld ist schon ausgegeben, also - was tun?

 

Die nahe liegende Lösung: Ganz schnell für den notwendigen Einwohnerzuwachs sorgen, möglichst auf natürlichem Wege. Nachdem die entsprechenden Anreize geschaffen wurden, übernehmen jedoch Hormone, Alkohol und unterdrückte Leidenschaften die Herrschaft. Die Aktion gerät außer Kontrolle...

Es spielen mit:

 

Horst Hesslich, Wirt des „Alten Esel“ in Goldenbach

Helga Hesslich, Wirtin

Conny Hesslich, ihre Tochter

Gerald, Mechaniker

Stefan Bändle, Architekt des Bürgerhauses

Monika Bändle, Architektengattin

Yannick Bändle, Architektensöhnchen

Karl Watz, Gemeinderat und Grundbesitzer

Hortense Maier, Hebamme im Ruhestand

Cosima Keller, Gemeinderätin und Witwe

Hucky Liebscher, Gschäftlemacher

Grabinger, Musiklehrer und Dirigent

Klaus Brosig, Bürgermeister von Goldenbach

Florian F. Susslach, Wandersmann

Maria Sterzenbach, Kommunalkontrolleurin

Jasmine de Jeauneau, Nackttänzerin

Clarissa von Storchenbach (bzw. Karin Storch), Empfängnissuchende

Tatjana Wodkatschova, Au-Pair-Mädchen der Bändles, vielleicht 60 Jahre alt

Sandra Steinmann, alt genug

Andrea Ariberti, auch alt genug

Keller:

Herr Bürgermeister, ich vertraue ganz auf Ihre Intelligenz. Haben Sie nicht eine Idee?

 

Brosig:

Einen Ausweg gäbe es vielleicht... - Wir müssen Kinder kriegen.

 

Horst:

Ich nicht. Ich konnte noch nie Kinder kriegen.

 

Karl:

Die einzige von uns, die das kann, ist die Keller!

 

Keller:

Ich? Das... nein - ich bin doch Witwe.

 

Horst:

Ja und? Wir suchen einen Mann für Sie...

 

Keller:

Einen Mann?

 

Karl:

Ja - ohne geht‘s noch nicht. - Wir können ja Herrn Bändle fragen. Gegen doppeltes Honorar natürlich...

 

Keller:

Wieso doppelt?

 

Horst:

Das ist doch eine Schnapsidee.

 

Grabinger:

Wieso? Bis zum Stichtag haben wir noch 10 Monate Zeit! Da werden wir doch noch zwei Kinderchen zeugen können!

 

Karl:

Schaffen Sie das, Frau Keller?

 

Keller:

Seien Sie endlich still! Warum immer nur ich? Ihr habt doch auch Frauen zu Hause!

 

Horst:

Bei mir geht‘s nur am ersten Samstag im Monat. Der ist schon vorbei. Außerdem hat unsere Familie ihren Beitrag schon geleistet.

 

Brosig:

Was meinst du damit?

 

Horst:

Conny ist schwanger.

 

Grabinger / Karl / Brosig:

Was?

 

Horst:

Was schreit ihr denn so? Ist doch ganz normal. Auf jeden Fall seid ihr jetzt dran.

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