Heiner Schnitzler. Märchenstücke.

Dornröschen

Wo sich Angst eingenistet hat, kämpfen selbst Feen vergebens.

 

Zunächst sind König Waldegast und Königin Martharita hoffnungsarm und niedergeschlagen, weil sie keine Kinder bekommen. Das ganze Reich trauert mit ihnen. Als es den guten Feen endlich gelingt, den Bann zu lösen, ist die Freude natürlich groß. Doch dann schafft es die böse Fee Raikkssaa, bei der Geburt des Töchterchens die große Angst in die Herzen der Eltern zu pflanzen. So wird das Glück getrübt durch Misstrauen, Furcht und panisches Sicherheitsdenken.

 

Am 16. Geburtstag passiert es dann tatsächlich: Die Prinzessin verletzt sich an einer Spindel, und der ganze Hof erstarrt. Es braucht hundert Jahre, mehrere Generationen von Prinzen und einen Kuss, um die Angst für immer zu vertreiben.

Es spielen mit:

 

Seccuro, der Händler / Seccuro jr., Kioskbetreiber

König Waldegast II.

König Martharita I.

Die Prinzessin

Die guten Feen (KInder):

    Kaf-Fee

    Af-Fee

    Stra-Fee

    Karaf-Fee

    Stu-Fee

    Lar-Fee

    Hil-Fee

    Scha-Fee

    Schla-Fee

    Gaf-Fee

    Doo-Fee

    Har-Fee

    Toffi-Fee

    Giraf-Fee

    Schlau-Fee

    Pfaf-Fee

    Tie-Fee

Raikkssa, die böse Fee

Stubbelit, der Koch

Schlock, der Küchenjunge

Solvizz, der Gärtner

Macko, der Wärter

Der Prinz (Siegfried, Siegbald, Siegbert)

Seccuro:

Und bis dahin wollt ihr die Kleine schutzlos durch die Welt gehen lassen? Eine Welt, die voller Gefahren für sie ist? In der sie sich jederzeit an einem spitzen Gegenstand stechen, an etwas Hartem stoßen kann?

 

Solvizz:

Der Monso-jer hat klug gesprochen, verstandgesegneter König!

 

Schlock:

Wir müssen alles Spitze von ihr fern halten! Alles!

 

Macko:

Sofort mach‘ ich alle Spitzen stumpf!

 

Stubbelit:

Dann fang gleich bei dir an!

 

Macko:

Bei mir?

 

Solvizz:

Na, schau dir doch deinen Spieß da an!

 

Macko:

Mein Spieß? Du hast Recht! Weg damit!

(wirft den Spieß in den Graben)

 

Stubbelit:

Dieser Wegweiser da vorn, der ist auch spitz!

(reißt den Wegweiser ab und wirft ihn ebenfalls in den Graben)

 

Schlock:

Und die Messer auf dem Tisch... Und die Gabeln...

 

Solvizz:

Und...

 

Martharita I:

Waldegast, schau... Die neuartige Pflanze... Auch die Königsrose ist spitz...

 

Waldegast II:

Aber ja, sie hat ja... Dornen! Dann muss sie weg!

(wirft die Pflanze in den Graben)

....

Seccuro:

Hochwohlgeborener König Waldegast! Gilt dieses Gesetz auch für Euch?

 

Waldegast II:

Für mich?

 

Seccuro:

Ja! Auch ihr habt etwas Spitzes an Euch, das dem Kind gefährlich werden könnte!

 

Waldegast II:

Was soll das sein?

 

Seccuro:

Die Krone, die ihr auf dem Kopf tragt... Sie hat viele Spitzen!

Aufführungsrechte beim Deutschen Theaterverlag

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